Montag, 15. September 2014

auf den Spuren von St. Charbel

Bevor Sr. Mona-Marie sich für zwei Wochen verabschiedete, besuchten wir gemeinsam das Kloster Emmanuel in der Nähe der Ermitage des Hl. Charbel. Dort lebt Sr. Marie Charbel nach dem Vorbild ihres Namenspatron fast wie eine Einsiedlerin und beherbergt für die Dauer von 24 Stunden oder einer Woche Jugendliche, Erwachsene aber auch ältere Leute, die abgeschnitten vom Alltag eine Erfahrung der Stille erleben wollen. Für Gäste bieten die einfachen Zellen und das ruhige Gebäude eine perfekte Grundlage um im Schweigen, Fasten und Gebet sich selbst und Gott zu finden.
Ein Gast über längere Zeit ist Sr. Benedikta aus Hannover. Sie befindet sich auf einer Reise durch den Libanon mit dem Ziel, verschiedene Einsiedeleien zu besuchen. Wie sie mir berichtete, wird sie bald in die Schweiz fliegen, um in Flüeli bei einem Treffen von ihren Erfahrungen zu erzählen.
Die Schwestern hinterliessen bei mir einen tiefen Eindruck, denn sie strahlten diese innere Ruhe und Kraft, die sie aus dem Gebet schöpfen, wirklich aus.
Zum Abschied wurde mir Schweizer Schokolade und ein selbst geknüpfter Rosenkranz geschenkt, da mir anzusehen ist, dass ich gerne Armbänder trage.
neu: Rosenkranz von Sr. Marie Charbel

Beirut

Bereits fünf Tage ist es her, dass ich Sr. Mona-Marie nach Beirut begleiten durfte. Gemeinsam mit zwei Mitschwestern reiste sie vergangenen Donnerstag nach Frankreich und hatte aus diesem Grund noch wichtige Dinge vor ihrer Abreise in der Hauptstadt zu erledigen. 
Vorort von Beirut - Beirut am Horizont
Die Fahrt ins Zentrum hatte ich mir ein wenig anders vorgestellt. Stundenlang standen wir im Stau, es war ziemlich heiss und ich wusste nicht so recht, wie mich beschäftigen. Darum trank ich viel Wasser und beobachtete die anderern Verkehrsteilnehmer. 
Zum Glück machten wir bei einem Elektronik-Geschäft Halt, deren Mitarbeiter uns wie Gäste mit Kaffee empfingen oder ein WC anboten. Dankend kam ich dem Angebot entgegen. Kenan, der Chauffeur, und ich führten eine Unterhaltung mit Händen, Füssen und ein paar Brocken Französisch, während die Schwester sich übers Angebot erkundigte. 
An diesem Tag lernte ich einige Dinge: wie die Zahlen auf Arabisch geschrieben werden, dass in und vor Beirut der Verkehr stockt (egal zu welcher Tageszeit), warum man keine Hunde eines Elektronik-Geschäfts streicheln sollte und dass ein Nachmittag im Auto so streng sein kann, wie ein Halbmarathon.

Mittwoch, 10. September 2014

drei Tage in Beit-Hebbak

Gestern Abend kehrte ich von einem dreitägigen Aufenthalt im Collège de la Jeune Fille du Liban in Beit-Hebbak zurück. In diesen Tagen durfte ich viele spannende Dinge erleben.
Am Samstag Abend lernte ich Rita und Dalal kennen, welche im Collège leben und arbeiten. Gemeinsam mit ihnen, ihrer Schwester Theresa und den Kolleginnen Julia und Mimo besuchten wir ein Dorffest zur Feier der Hl. Maria. Wir verstanden uns sehr gut und plauderten noch lange in die Nacht hinein, obwohl wir wussten, dass am nächsten Morgen der Wecker früh klingeln würde.
Auf dem Programm stand ein Ausflug mit der Jugend von Jbeil ins Tal von Qadisha. Das Vallée Sainte hat eine besondere Bedeutung in der Geschichte der Christen des Orient und vor allem der Maroniten.
Auf unserer Wanderung durchs Tal kamen wir nicht nur an der Kapelle der Hl. Marina, sondern auch bei einem Eremit vorbei. Er lebt an einem Ort, an dem Christen Zuflucht während Verfolgungen um 1200 n.Chr. suchten.
Ermitage - Einsiedelei
Kapelle der Ermitage
Vallée, Kirche und Mimo
Zum Schluss der Wanderung wurde eine Messe gefeiert und in einem Restaurant für Libanesische Spezialitäten assen wir zu Mittag. Mit vollen Bäuchen machten wir uns auf den Weg zu den Bussen und wurden ein Stück weit von einem Lieferwagen mitgenommen. Das war wohl die schlimmste Fahrt meines Lebens! In ziemlich hohen Tempo rasten wir im überfüllten Wagen ohne Tür über Stock und Stein, immer den Abgrund im Blick. Gott sei Dank war es keine lange Strecke und wir waren nach etwa 10 Minuten des Schreckens erlöst.
Am Montag und Dienstag erholte ich mich im Collège und verbrachte den Tag hauptsächlich damit, Fotos auf dem Laptop zu sortieren, die nahe Umgebung des Schulgeländes zu erkunden oder mit Leuten zu reden, die mir gerade über den Weg liefen.

Samstag, 6. September 2014

en route

Heute bin ich im Schulhaus der Missionsschwestern von Trés-Saint Sacrement zu Gast und habe darum endlich eine bessere Internetverbindung.
Auf dem ersten Bild sieht man Sr. Mona-Marie und mich am Tag meiner Ankunft in Kfar-mashoun. Sr. Mona-Marie führte mich schon an viele Orte, beispielsweise ans Meer oder in die Berge nach Annaya, wo der Heilige Charbel lebte. Während meiner Zeit im Libanon ist sie nicht nur meine Bezugsperson, sondern sorgt wie eine Schwester für mich.
Auf einem unserer Ausflüge besuchten Sr. Mona-Marie und ich ihre Tante. Natürlich wurden wir zum Essen eingeladen. So sieht das im Libanon aus:
Alles wird mit Brot gegessen und am Besten sollte nichts mehr übrig bleiben. Obwohl ich normalerweise alles esse (ausser Fleisch und Fisch) muss ich mich noch an die libanesische Küche gewöhnen. Was ich jedoch sehr schätze sind die vielen Früchte und das Gemüse, welches jeweils aufgetischt wird. Sahten!

Freitag, 5. September 2014

Sabah al kheir!

Seit nun mehr als vier Tagen lebe ich im Land der Zedern und ich sage euch: die restlichen 330 Tage können kommen!
Schon am Flughafen wurde ich herzlich von Sr. Mona-Marie empfangen und merkte, wie offen, gastfreundlich und herzlich die Menschen hier sind.
Momentan verbringe ich die meiste Zeit im Haus der Missionarsschwestern der Communauté de Trés-Saint Sacrement, indem betagte Frauen beherbergt werden. Wenn ich nicht gerade mit Recycling-Material bastle oder zusammen mit Sr. Mona-Marie die Umgebung erkunde, helfe ich in der Küche mit oder probiere libanesische Spezialitäte aus. Mein Aufenthalt bei den Damen beschränkt sich auf ein duzend Tage, denn bald werde ich ins Haus der "Message de la paix" umsiedeln. Wie meine dortige Aufgabe aussieht, wird sich zeigen.
meine tägliche Aussicht aufs Mittelmeer